Sterbefall

Nach einem Sterbefall müssen gewisse verwaltungstechnische und steuerrechtliche Hürden genommen werden.

Ihr Notar steht Ihnen zur Seite bei der Abwicklung gewisser dieser Formalitäten.

1. Erbbscheinigung

In einem ersten Stadium bereitet der Notar den Erbbescheinigung vor. Mit diesem Dokument können die Erben sich als Erben ausweisen und z.B. die Freigabe der Bankkonten erwirken.
Um diese Erbbescheinigung ausstellen zu können, muss der Notar gewisse Nachforschungen tätigen, unter anderem:

  • Im Zentralregister der Testamente prüfen, ob kein Testament bei einem belgischen Notar hinterlegt wurde.
  • Von den Erben sämtliche Informationen erhalten bzgl. der Familienzusammensetzung, sowie den Auszug aus dem Sterberegister.
  • Andere Dokumente prüfen, die Einfluss auf die Erbfolge haben (Schenkungen auf den Längstlebenden, Ehevertrag usw.). Außerdem muss der Notar prüfen, ob keine Steuerschulden vorhanden sind.
    Unter der Voraussetzung, dass alle Erben volljährig sind und die Erbschaft annehmen, kann die Erbbescheinigung 2 Wochen nachdem der Notar diese Steuerrecherche vollzogen hat, ausgestellt werden. Befinden sich Minderjährige unter den Erben, oder Personen, deren Handlungsfähigkeit beeinträchtigt ist, dauert das Ausstellen des Erbscheins länger, da der Friedensrichter hinzu gezogen werden muss.

2. Nachlasserklärung

In einer zweiten Phase bereitet der Notar im Auftrag der Erben die Nachlasserklärung vor. Die Nachlasserklärung ist ein Dokument, das die Erben bzw. Vermächtnisnehmer innerhalb von vier Monaten nach dem Todesfall bei der Steuerverwaltung hinterlegen müssen. Die Nachlasserklärung bildet die Grundlage, auf der die Steuerverwaltung die zu zahlende Erbschaftssteuer ermittelt. Die Nachlasserklärung legt zuerst die Erbfolge dar und führt danach u.a. sämtliche Vermögenswerte (Guthaben wie Schulden) auf, die der Verstorbene den Erben bzw. Vermächtnisnehmern hinterlässt.

Um die Nachlasserklärung vorbereiten zu können, müssen die Erben dem Notar sämtliche Informationen bezüglich der Vermögenswerte (Guthaben wie Schulden), die der Verstorbene hinterlässt, zukommen lassen, ganz gleich ob dieses Vermögen in Belgien oder im Ausland liegt. Unter anderem ist das folgendes:

  • Das Bankguthaben (Sicht- und Sparkonten, Fondsanteile, usw.). Für die in Belgien gelegenen Konten reicht es, dem Notar den Namen der Bank mitzuteilen, bei der das Konto geöffnet ist ;
  • Immobilien ;
  • Fahrzeuge ;
  • Gesellschaftsanteile ;
  • Sämtliche beweglichen Gegenstände ;
  • Die Rechnungen, die für Leistungen zu Lebzeiten des Verstorbenen ausgestellt wurden, und erst nach dem Tode beglichen werden können, z.B. Krankenhausrechnungen usw. Die Steuerverwaltung verlangt, dass die Originalrechnungen sowie der Zahlungsbeweis hinterlegt wird ;
  • Die Beerdigungskosten (ebenfalls Originalrechnung) ;
  • Kopie von etwaigen Versicherungen, die der Verstorbene abgeschlossen hat, oder den Namen der Versicherungsgesellschaft(en), z.B. Lebensversicherungen, Hausratsversicherungen, Versicherung, die die Beerdigungskosten deckt usw.

Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie auf: www.notaire.be.