Pflege- und Krankheitsfall

1. Gerichtliche Schutzmaßnahme

Aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters oder ihres Gesundheitszustandes sind gewisse Personen nicht mehr in der Lage, eigenständig ihr Vermögen zu verwalten bzw. angemessen ihre Interessen zu vertreten. Für diese Personen ist eine gerichtliche Schutzmaßnahme zu treffen. Der Friedensrichter ist hier der Ansprechpartner, um mit dem Betroffenen bzw. der/den Vertrauensperson(en) eine Schutzmaßnahme zu erarbeiten. Der durch den Friedensrichter ernannte vorläufige Verwalter hat die Aufgabe das Vermögen und/oder die persönlichen Angelegenheiten der zu schützenden Person zu verwalten oder ihr bei dieser Verwaltung beizustehen.

2. Außergerichtliche Schutz

Es steht jedoch jedem Menschen frei, einem möglichen zukünftigen Verlust der Handlungsfähigkeit vorzubeugen, und vor Notar Maßnahmen beurkunden lassen, die bei Verlust der Handlungsfähigkeit Anwendung finden. Dieser außergerichtliche Schutz geschieht in Form einer Vollmacht, die der Betroffene einer oder mehreren Vertrauenspersonen ausstellt (meistens, jedoch nicht zwingend Familienmitglieder). Ihr Notar wird Sie beraten, welche Tragweite eine solche Vollmacht haben soll, abhängig von Ihren Prioritäten.
Diese außergerichtliche Vollmacht kann unter anderem folgende Tätigkeiten beinhalten, die der Bevollmächtigte bei Verlust der Handlungsfähigkeit des Vollmachtgebers für letzteren ausführen kann: Immobilien verkaufen, Mietangelegenheiten regeln, Bankoperationen tätigen, allgemeine Vollmacht, Schenkungen durchführen (was, wieviel und gegebenenfalls mit Auflage kann auch in der Vollmacht vorgesehen werden) usw.

3. Andere Vorsorgeurkunden

Folgende Urkunden bzw. notarielle Erklärungen können ebenfalls zu diesem Thema gemacht werden:

  • Eine Erklärung von Eltern minderjähriger Kinder über ihren Vorzug für einen zu bestellenden Vormund, falls die Eltern vor der Volljährigkeit der Kinder versterben sollten;
  • Eine Erklärung, durch die eine Person ihren Vorzug für einen zu bestellenden vorläufigen Verwalter gibt, sollte sie selbst einmal nicht mehr imstande sein, ihr Vermögen zu verwalten;
  • Richtlinien notariell festhalten, für Maßnahmen, die durch die Ärzte getroffen werden sollten, wenn der Betroffene sich in der Endphase einer Krankheit bzw. unabwendbar im unmittelbaren Sterbeprozess befindet.

Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie auf: www.notaire.be.